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Depressionen: Hilft ein Therapeut oder eine App?

Könnten Sie sich vorstellen, wenn Sie sich im Alltag psychisch belastet fühlen, sich mit einer App zu unterhalten?

Einer der kritisierten Aspekte der psychischen Gesundheitsvorsorge ist, dass sie bis heute nicht für jeden zugänglich ist. Dies ist ein fataler Punkt wenn man beachtet, dass 50% der Menschen mindestens ein Mal im Zuge Ihres Lebens mit den Folgen einer psychischen Krankheit zu kämpfen haben. Dazu kommt auch, dass die Wartezeit für einen Termin bei einem Psychotherapeuten mittlerweile Monate beträgt. Bei statistisch steigenden psychischen Krankheiten wie Depressionen, kann diese lange Wartezeit in manchen Fällen verheerend sein.

Um Menschen mit Depressionssymptomen sofort zu unterstützen, wurden einige Apps entworfen, die behaupten, zur Vorbeugung und Verringerung von depressiven Symptomen helfen zu können. Einer dieser Trainingsprogramme heisst „moodgym“, also übersetzt Stimmungs-Training. Das Programm beruht auf einem anerkannten Verfahren für Depressionen und behandelt Themen wie Beziehungsprobleme, Stressbewältigung, den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen und vermittelt Entspannungstechniken. Diese werden in Form von fünf Bausteinen im eigenen Tempo bearbeitet. Die Technik wurde seit 2001 jahrelang international eingesetzt mit mittlerweile mehr als eine Million registrierten Nutzern. Es gehört zu den bekanntesten evaluierten Programmen und wurde vom Stiftung Warentest 2019 als empfehlenswert evaluiert.

Was kann Moodgym?

  • Ab einer bestimmten Symptomschwere wird auf psychotherapeutische oder fachärztliche Beratung hingewiesen
  • Symptome psychischer Belastungen lindern
  • Als Vorbeugung/Nachsorge einsetzbar
  • UniverselleTechniken, die auch im Alltag gesunder Menschen (zum Beispiel auch Jugendliche, die Betreuung über das Smartphone bevorzugen) Anwendung findet
  • Ergänzung zu ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung

Was kann Moodgym nicht?

  • Diagnostik von Depressionen
  • Behandlung von klinischen Depressionen oder Angststörungen
  • Einen Arztbesuch ersetzen
  • Persönlichen Ansprechpartner bieten

Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen positive Ergebnisse, wie beispielsweise die Studie von Prof. Dr. med. Steffi G Riedel – Heller, MPH der Universität Leipzig, die die Wirksamkeit der deutschen moodgym-Version untersuchten. Andere Untersuchungen zeigen auch, dass die Symptome der Depression und Angst durch die sogenannten Bausteine verringert werden können.

Es ist klar, dass diese Programme noch nicht so ausgereift sind, dass sie Psychotherapeuten und ärztliche Behandlung ersetzten. Vor allem die psychologische Betreuung lebt von der persönlichen Ebene. Moodgym betont auch, dass „die Behandlung der Krankheit Depression immer in die Hände von Experten für seelische Gesundheit gehört“. Was jedoch für die Zukunft durchaus vorstellbar wäre ist, dass Therapeuten Hand in Hand mit solchen Programmen arbeiten werden. Denn so können Betroffene professionelle Beratung und Behandlung bekommen, sind jedoch nicht auf sich alleine gestellt sobald sie die Praxis verlassen.

Links zu psychologischen Apps:

https://moodgym.de/

https://woebot.io/

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